Das Mee(h)r


Wie das Meer - so ist das Leben.
Manchmal sitz' ich nur daneben.
Ich kann bloß den Wellen lauschen,
lass' mich von der Sicht berauschen.
Ich sehe zu, wie manche andern,
vergnüglich an dem Strand lang wandern.
Einer will - nur mit den Füßen -
das frische, kühle Nass genießen.

Doch - wahres Leben geschieht dann,
wenn ich es nicht erwarten kann:
schwimmen lerne, baden gehe,
Wind und Wellen widerstehe.
Das „Festland" nehme ich schon hier 
fest entschlossen ins Visier -
und das bei Ebbe, in der Flut.
Das Wasser trägt! Und das macht Mut.




Erinnerungen


Als wir uns vor Jahren fanden,
war es unheimlich, Magie…
Auf Anhieb stimmte die Chemie.
Wir haben uns so gut verstanden.
Nie habe ich mir das erträumt:
Alles haben wir uns anvertraut
und zueinander aufgeschaut.
Lange warst du der beste Freund!
Wir haben gern und viel gelacht,  
schätzten unsere Eigenheiten.
Dann kamen für uns schweren Zeiten…
Wir haben so viel durchgemacht.
Allmählich wurden wir uns fremd.
Es schweißte uns nichts mehr zusammen.
Die Beziehung litt an Schrammen:
Schlechthin haben wir uns getrennt.
Heut - nach Jahren - sehe ich zurück.
Das Gute … und nicht das Betrüben …
ist im Herzen mir geblieben.
Ich widme dir den Augenblick!