... worauf ich mir einen Reim gemacht habe ...

Scherben-Mehr

Ich sehe auf das Scherben-Meer

und staune über Dich, mein Herr,

wie Du es schaffst, dass sich das Licht

in dem Zerbrochenen nun bricht

und sich der Himmel widerspiegelt…

„Das hast Du Dir gut ausgeklügelt!“,

denk’ ich bei mir. „Nichts bleibt für immer!"

Es wächst in mir ein Hoffnungsschimmer,

dass dieser Schluss ein Anfang wird,

was mich ermutigt, mich berührt,

sodass ich wieder Gott vertraue

und lächelnd in die Zukunft schaue!

Sein sein

Ich habe diese Welt gemacht

und vorher schon an dich gedacht.

In Liebe habe ich dich erwählt

und mir dabei auch vorgestellt:

Wo du einst wohnst. Und was du magst.

Mir war vertraut, was du je sagst.

Ich kannte längst schon deinen Namen,

bevor die Eltern dich bekamen.

Ich kreierte dein Gesicht,

Farbe, Größe und Gewicht.

Ich zählte auf dem Kopf dein Haar.

Schon damals fand ich’s wunderbar! 


Bei deinem Namen rief ich dich!

Und darum fürchte dich doch nicht!

Ich habe dich erlöst, befreit -

für Zeit, für alle Ewigkeit. 


Als du dann kamst auf diese Welt

war meine Freude groß: Das zählt!

Du bist wertvoll, unentbehrlich…

Mein Schutz gilt dir - wird es gefährlich.

Ich weiß genau, wo du heut stehst,

was dich bewegt, wohin du gehst.

Ich begleite dich - mit meinem Segen -

auf allen deinen Lebenswegen.

Und machst du auch mal einen Fehler

wird meine Liebe niemals schmäler.

Ja, alles gab ich für dich hin:

Ich geh’ mit dir durch dick und dünn!



Sehr gut eingeschätzt

Du siehst nur auf dein Versagen,
das Scheitern und die Niederlagen,
auf die Schrammen und die Brüche,
auf das in dir Erbärmliche.
Doch ich seh’ mehr in dir, mein Kind,
weil in dir meine Schätze sind
und weil ich selber in dir lebe,
die Ewigkeit ins Herz dir gebe,
der Tempel deines Leibes bin.
Dein heiler Kern - von Anbeginn -
wird nicht zerstört, geht nicht kaputt.
Mein Gütesiegel gilt: „Sehr gut“!


Du hast Würde, Wert und Kraft,
Erlösung, Freiheit, Leidenschaft.
Nichts und niemand kann das nehmen.
Das, was war, muss dich nicht lähmen.
So hör' in dich und sieh auf mich.
Die Dunkelheit wird wieder licht,
wenn du hinfort ganz anders denkst 
und dich nicht länger selbst beschränkst.
Grabe diesen Schatz neu aus
und dann geh’ hin und mach’ was draus!

.

Gott will mee(h)r

Du schickst mich auf das weite Meer,

wo nur herrscht - das Unbehagen,

weil ich spür', dass ringsumher 

meine Füße kaum noch tragen.

Ich bin von Wellen hier umgeben.

Auch der Wind bläst ins Gesicht.

Ich fürchte mächtig um mein Leben,

und es sinkt die Zuversicht.


Doch auf dem weiten, großen Meer 

kann ich mich auf Dich verlassen.

Da bist auch Du, mein treuer Herr.

Ich will Deine Hand erfassen,

die mich hält und weiterbringt.

Im Glauben darf ich auf Dich sehen,

weil das Wagnis auch gelingt:

Ich kann - mit Dir - auf Wellen gehen!

Gescheiter(t)

Nur wer fällt, kann sich erheben.

Wer tausend Tode stirbt, schätzt Leben.

Im Schatten lernt man's Licht erst lieben.

Und wer Verluste kennt, kann siegen.

Drum stehe ich zu meinen Schwächen,

zu meinem Scheitern, den Gebrechen,

trag' mit Stolz die Schrammen, Narben,

denn Gott bringt in die Schwärze Farben.

Er ist meine Auferstehungskraft,

mein Licht, mein Halt, die Leidenschaft.

Er gibt Wunder in die Wunden,

lässt mich in dem Heil gesunden!

Tief bewegt


Die Hälfte meines Lebens

lebte ich vergebens.

Ich suchte Halt, Liebe und Schutz.

Doch ich fiel tief, lag nur im Schmutz. 

Ja, oft hab´ ich Beton berührt

und tiefe Wunden dann gespürt.

Ich glaubte nicht, ich sei zu retten.

Dann kamst du, sprengtest die Ketten.


Nun steh´ ich hier und bin befreit.

Mein Herz ist voller Dankbarkeit.

Du halfst mir hoch, stelltest mich hin,

gabst meinem Leben neuen Sinn.

Ich lebe heute nur noch für dich,

werfe das Alte hinter mich

und gehe aufrecht meinen Pfad -

mit Wert und Kraft… als Unikat!



Farbe bekennen

Du hast das Fristen - richtig - über.

Endlich leben wär’ dir lieber,

willst dich nun nicht mehr verstecken,

dich nach Neuem frei ausstrecken,

deine Träume traumhaft leben

und die Zweifel auch aufgeben,

deine Ängste überwinden

und die Freude wiederfinden.


Lass das Alte doch zurück.

Die Chance steckt nur im Augenblick,

um loszulassen, zu beginnen,

um zu wachsen, zu gewinnen.

um den Pulsschlag neu zu spüren

und dich im Glauben zu verlieren.

Komm, lass alles stehen und liegen - 

nur im Gehen lernst du siegen.


Wenn du dir keine Grenzen setzt,

die Stärken und dein Können schätzt,

richtig groß vom Leben denkst,

den Kopf hebst … nicht mehr länger senkst,

wird diese Welt in dir erst bunt.

Du merkst: „Ich bin - im Kern - gesund!

Ich kann lachen, tanzen, fliegen

und mein Leben wieder lieben!“

Gefragt, gewagt


Der Schicksalsschlag - er haut dich um.

Du bist verzweifelt. Fragst: „Warum?

Wieso, mein Gott, lässt Du das zu,

obwohl ich täglich so viel tu,

um Dir Ehre, Ruhm zu bringen

und manche Riesen zu bezwingen?“


Die Antwort kommt nicht an das Licht,

doch du hörst Gott, wie er nun spricht:

„Mein Kind, Du bist mir treu ergeben.

Trotzdem kommt es vor - im Leben,

dass Du durch dunkle Täler gehst,

auch wenn Du das nicht verstehst.


In dieser Welt ist nichts perfekt.

Hat Dich das noch nicht erschreckt?

Solange Du hier atmen kannst,

erlebst Du Kummer, Schmerz und Angst.

Doch - ich bau´ eine neue Erde -

ohne jegliche Beschwerde.


Ich wische Deine Tränen fort

und bin für Dich der Zufluchtsort.

Wenn Du Dich an mein Herz nun schmiegst

und Dich in meiner Liebe wiegst, 

kann ich Dich wieder auferbauen.

Ich stärke auch Dein Gottvertrauen.“

Unverblümt 

„Seht die Blumen auf dem Felde…-

Was ist das doch für ein Gemälde!

In ihrer großen Farbenpracht 

sind sie nur für Euch gemacht.

Auch schuf ich sie in vielen Arten 

für die Wiese, für den Garten.

Sie können nicht weben, nicht spinnen, 

produktiv auch nichts gewinnen.

Sie sind nur herrlich anzusehen

und müssen auch schon bald vergehen.


Blumen hab’ ich schon sehr gern,

doch Ihr seid mein Augenstern,

erwählt, gekrönt, mein größtes Glück!

Euch habe ich noch mehr im Blick.

In mir seid ihr rundum geborgen.

Darum macht Euch keine Sorgen 

um Kleidung, Trinken und das Essen.

Ich werde Euch doch nie vergessen!“

All das hat Jesus uns gesagt.

Und deshalb sind wir unverzagt.



Hoffnungsschimmer 

Wenn wir daheim sind - Gott, bei dir,
dann wird alles schöner sein.

Aus dieser Hoffnung leben wir 

und können uns auch jetzt schon freu'n.


Völlig frei von Raum und Zeit 

sehen wir nur Herrlichkeit.

Krankheit, Sterben sind vorbei.

Unser Leib ist endlich neu.

Tränen werden abgewischt,

und die Dunkelheit erlischt.

Keine Angst kann uns mehr lähmen.

Vorbei ist alles Hoffen, Sehnen.

Alles Leid ist weggenommen.

Wir sind bei Gott angekommen,

der unsre Treue richtig lohnt,

weil jeder mit ihm herrscht und thront.

Wir staunen über seine Macht,

bewundern auch die Himmelspracht

und sehen Gott im vollen Glanz.

Ewig gibt’s den Freudentanz!


Diese Aussicht ist ein Segen,

und wir sitzen manches aus,

zeigen Durchhaltevermögen.

Denn - irgendwann sind wir zuhaus’!